Symptome werden im Wörterbuch beschrieben als „Zeichen, die auf etwas anderes hindeuten“. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit einem Symptom die Suche nach der Ursache für dieses Symptom verbunden.
Was geschieht da?

Frau S(ymptome) kommt bei uns vorbei und hat eine klare Idee, dass bei uns etwas nicht so optimal ist, wie es sein sollte und könnte. Frau S. könnte sich sagen: Was geht das mich an? Da muss ich mich nicht drum kümmern! Soll er oder sie doch selber sehen …!

Macht sie aber nicht! Frau S. macht sich die Mühe und macht uns aufmerksam. Zunächst vorsichtig und behutsam, aber mit der Zeit intensiver und deutlicher, letztlich ärgerlich und ungehalten. Frau S. fühlt sich schlecht behandelt!  Da gibt sie sich Mühe, meint es gut mit uns – und wird von uns ignoriert.

Da versteht Frau S.: Es handelt sich um einen Wettkampf um unsere Aufmerksamkeit! Wir sind offensichtlich nicht so geschickt darin oder nicht besonders sensibel mit uns, kleine und dezente Hinweise aufzunehmen und zu verstehen. Viele Dinge, Menschen, Situationen und Anforderungen halten unsere Aufmerksamkeit fest. Alle sind wichtig. Mit diesen allen konkurriert nun diese Mitteilung an uns, von der Frau S. genau weiß: Dies ist wichtig !

Dieses Wissen um die Zusammenhänge bringt Frau S. dazu, noch intensiver und unerbittlicher ihre Mitteilung an uns zu plazieren. Sie weiß ja jetzt, wir wollen Sie nicht ignorieren, sondern uns fehlt die Fähigkeit, die leisen Töne, die dezenten Hinweise auf zu nehmen und zu deuten.

Frau S. gibt nicht auf! Finden Sie nicht auch, dass wir Frau S. mit viel Sympathie und Bewunderung für ihren Einsatz begegnen sollten – und uns darin üben, es ihr mit der Zeit etwas leichter zu machen?