– Komm! Ich erzähl Dir eine Geschichte, die mir eine Freundin berichtete. Sie hatte eines Tages einen Traum. Und der geht so:

In einer anderen Zeit und in einem anderen Land begab es sich, dass die Menschen nie schlechte Gefühle hatten. Ja, sie kannten Gefühle wie Wut, Enttäuschung, Trauer gar nicht und wenn man ihnen davon berichtet hätte, hätten sie nicht gewusst, wie sich diese Gefühle anfühlen.

Und so geschah es, dass die Menschen miteinander lebten und niemand jemals schlechte Gefühle hatte.

Eines Tages trafen sich zwei Frauen und eine sprach: „Ich habe oft so ein schwaches Gefühl für mich selbst. Manchmal wünschte ich mir, mich mehr fühlen zu können, engagierter zu sein für irgendetwas, intensiver zu erleben, was gut und was schlecht ist, auch für mich!“

Und die andere Frau antwortete: „Wenn du die guten Gefühle mehr fühlen möchtest, dann wirst du auch die anderen Gefühle, die sich nicht so gut anfühlen, in Kauf nehmen müssen.“

Daraufhin wurde die Frau ganz still. Und nach einer Weile meinte sie: „Vielleicht ist es besser, jeder fühlt alle Gefühle so intensiv, wie es in den jeweiligen Situation eben ist und dann schauen wir, wie wir mit unseren Gefühlen klar kommen – so schwierig das manchmal auch sein mag.“

Da wachte die Frau auf und dachte: Gott sei Dank ist es manchmal auch schwierig mit schlechten Gefühlen …!“