– Komm! Ich erzähl Dir eine Geschichte:

Diese Geschichte habe ich von einem Freund, der mir erzählte, dass eine Freundin ihm berichtet habe, sie habe eines Tages einen Traum gehabt. Und der ging so:

In einer anderen Zeit und in einem anderen Land begab es sich, dass die Kinder ihren Eltern die Wünsche von den Augen ablasen. Sie waren freundlich und zuvorkommend – und oft hatten sie schon die Wünsche und Anforderungen der Eltern erfüllt, bevor die Eltern selbst die Wünsche und Anforderungen überhaupt bemerkt hatten.

Und so geschah es, dass die Eltern sich an den Kindern freuten und die Kinder dachten, sie hätten die besten Eltern der Welt, weil sie nie stritten und miteinander in schwierige Situationen kamen.

Eines Tages trafen sich zwei Frauen und eine sprach: „Ich fühle mich als Mutter so unnütz und überflüssig. Alles, was ich möchte, dass mein Kind tut, tut es – und das manchmal bevor ich überhaupt weiß, dass ich das möchte. Ich denke, mein Kind ist mein besseres Ich – und jetzt weiß ich nicht mehr, was ich dann soll …“

Und die andere Frau antwortete: „Wenn dein Kind dein besseres Ich ist, wo ist dann das Ich deines Kindes?“

Daraufhin wurde die Mutter ganz still. Und nach einer Weile meinte sie: „Vielleicht ist es besser, jeder ist er selbst und dann schauen wir, dass wir miteinander klar kommen – so schwierig das manchmal auch sein mag.“

Da wachte die Frau auf und dachte: Gott sei Dank ist es auch manchmal schwierig mit den Kindern … !“