sagte Trixi. „Was soll das denn heißen?“ wollte Harry wissen. „Ist doch eigentlich ganz eindeutig, was es mit JA und NEIN auf sich hat. Wo sollen denn da Schwierigkeiten herkommen?“

 

Typisch Frau! dachte ich und schlürfte meinen Kaffee. Aber bisher hatte ich von der Unterhaltung der Beiden immer was gelernt, also hörte ich weiter zu.

 

„Ja, weißt Du“, erzählte Trixi, „es gibt ganz viele Situationen, in denen ich aber auch auf jede Anforderung von außen sofort mit JA reagiere. Als wenn es bei mir ein eingebauter Impuls wäre: Anforderung – jawohl, erfülle ich!“ „Du meinst, ohne dass Du vorher überlegt hast, ob Du das auch willst oder nicht?“, Harry wollte es genauer wissen.

 

„Genau! Als ob es diese Frage gar nicht geben würde. – Zumindest bei mir nicht!“ Trixi war echt unzufrieden. „Und dann, wenn ich auf alles JA gesagt habe, sitze ich da mit meinen vielen Verpflichtungen und merke, sie tun mir nicht gut, ich wollte das eigentlich gar nicht, fühle mich überfordert. – Aber dann ist es ja zu spät!“ „Zu spät?“, fragte Harry. „Zu spät – wofür?“

 

„Zu spät, NEIN zu sagen!“, resignierte Trixi. „Eigentlich müsste ich dann Diejenigen anrufen, denen ich ein ‚falsches’ JA gesagt habe und sagen: Das habe ich nicht zusagen wollen und deswegen …. – aber das geht doch nicht. Schließlich verlassen die sich auf mich und ich hab schließlich JA gesagt.“

 

„Und was meinst Du, was passiert, wenn Du anrufst und sagen würdest: Sorry, ich hab Dir zwar etwas zugesagt, aber es tut mir nicht gut und ich will diese Zusage auch gar nicht erfüllen. Sei mir bitte nicht böse, aber ich lerne gerade viel darüber, auf mich aufzupassen und dafür zu sorgen, dass es mir gut geht. Ich hoffe, Du verstehst das und findest eine andere Lösung für das, worum Du mich gebeten hast. Na – was meinst Du?“

 

Trixi dachte nach und ihre ernste Miene wurde immer fröhlicher: “Wenn die das nicht verstehen, will ich denen bestimmt keinen Gefallen tun!“

 

Und nach einer kurzen Pause meinte Trixi noch: „ Du meinst, ich kann so sein, wie ich bin? Und wenn ich etwas tue, was mir nicht gut tut, dann kann ich das korrigieren, auch wenn ich etwas Zeit brauche, bevor ich das merke? – Au Mann, das wäre ja vielleicht eine Entlastung. Da wird alles gleich viel leichter!“

 

Na klar, dachte ich. Die meisten Entscheidungen kann man korrigieren. Vielleicht gehört noch eine Entschuldigung für die zusätzliche Mühe, die Andere jetzt durch die Korrektur haben, dazu.  Wichtig ist, dass alle Seiten sich wieder miteinander gut fühlen und Verpflichtungen, die ungewollt sind, das Verhältnis nicht stören.

 

An Entscheidungen festhalten, die nicht gut tun, macht das gute Gefühl für sich und Andere kaputt. Sich dann korrigieren bringt gute Gefühle in das Leben mit sich und Anderen zurück.