bekommt in Bochum eine völlig neue Bedeutung“, meinte Harry.

„Du meinst, weil Nokia den Mitarbeitern vorgeschlagen hat, dass sie bei Nokia in Rumänien arbeiten können?“, fragte Trixi.

„Genau!- aber jetzt mal im Ernst: Es gibt doch fast nichts mehr, was sicher ist und worauf man sich verlassen und einstellen kann. Das wird doch immer schlimmer!“, meinte Harry.

„Stimmt“, sagte Trixi. „Überleg mal, Du arbeitest, hast Weihnachten gefeiert, Planungen mit der Familie gemacht, vielleicht den Urlaub für das nächste Jahr gebucht – und dann sagen sie dir, dass du in nicht mal 6 Monaten keine Arbeit mehr hast. Und nicht, weil du dir was zu Schulden hast kommen lassen – Du warst fleißig, zuverlässig und engagiert – sondern, weil die Bedingungen für das Unternehmen irgendwo anders besser sind. Das ist dann Ohnmacht pur!“

„Damit mußt du dann erstmal umgehen – und deine Familie auch“, erwiderte Harry. „Hast du eine Idee, was Du machen würdest in so einer Situation?“

Trixi dachte nach. „Zuerst würde ich nach jedem Strohhalm greifen. Vielleicht gibt es noch eine Veränderung in der Entscheidung, irgendwelche Hilfen oder so – obwohl ich das nicht wirklich glaube. Und dann wäre ich wütend! Wütend, weil ich mich so unwichtig fühlen würde. Dann würde ich versuchen, Arbeit zu finden – wohl wissend, dass das ein Glücksfall wäre. Und dann würde ich mich mit anderen in der gleichen Situation zusammen tun und versuchen, gemeinsam Möglichkeiten zu finden, mit dieser Situation umzugehen. Vielleicht werden ja bald Experten gesucht für den Umgang mit Unsicherheit in Lebenssituationen.“

„Das finde ich in dem ganzen Mist noch eine gute Idee!“ rief Harry. „Unsicherheiten und unsichere Lebenssituationen werden immer mehr Menschen treffen auf die eine oder andere Weise – und dann wird damit umgehen können zu einer wichtigen Kompetenz.“