Ja, das ist auch manchmal schwierig mit den ganzen Entscheidungen … – Komm! Ich erzähl Dir eine Geschichte, die mir eine Freundin berichtete. Sie hatte eines Tages einen Traum. Und der geht so:

In einer anderen Zeit und in einem anderen Land begab es sich, dass die Menschen nie merkten, wann eine Entscheidung anstand und getroffen werden musste. Sie entschieden nie irgend etwas und hatten auch nie das Gefühl, sie würden eine Entscheidung verpassen. Ja, in Wirklichkeit wussten sie gar nicht, was eine Entscheidung eigentlich war.

Und so geschah es, dass die Menschen lebten, aßen und tranken, rauchten, liebten, zusammen waren und sich trennten, wenig auf sich und die anderen achteten und niemand jemals etwas entschied.

Eines Tages trafen sich zwei Frauen und eine sprach: „Ich lebe vor mich hin und habe oft gar nicht das Gefühl, dass wirklich ich mein Leben lebe. Es ergibt sich immer das eine aus dem vorherigen irgendwie ohne mein Zutun – und ich bin nicht sicher, was ich davon halte. Aber immer wenn ich das so denke, ist der Gedanke auch schon fast wieder weg und ich bin verwirrter als vorher.“

Und die andere Frau antwortete: „Vielleicht fehlen in deinem Leben die Abzweigungen oder Weggabelungen, an denen Du sagst, wo es weiter geht und wo nicht. Vielleicht fehlt dir die Wahl?“

Daraufhin wurde die Frau ganz still. Und nach einer Weile meinte sie: „Vielleicht ist es besser, jeder nutzt alle Wahlmöglichkeiten, die sich bieten und schafft sogar neue noch hinzu. Denn mit jeder zusätzlichen Wahl wird das eigene Leben persönlicher. Und dabei ist gar nicht so wichtig, was ich wähle, wenn ich denn wähle.“

Da wachte die Frau auf und dachte: Gott sei Dank ist es manchmal auch schwierig mit Entscheidungen …!“